Über uns

Hamburg war schon immer Ausgangspunkt für die Suche nach einem neuen, besseren Leben. Unzählige Auswander*innen gründeten neue Städte auf der Welt: Neu Hamburg, New Hamburg, Novo Hamburgo. Inzwischen ist Hamburg selbst zur Ankunftsstadt geworden. Auch wenn die Bedingungen für das Ankommen und die Willkommenskultur, wie überall in Deutschland, nicht gerade optimal sind.

Auf der Veddel kann man die aktuelle Realität der diversen Stadt erleben. Wer auf die Veddel schaut, schaut in unsere Zukunft: Begriffe wie Mehrheitsgesellschaft oder Leitkultur verlieren ganz zwangsläufig ihre Relevanz. Vielmehr geht es um die Organisation von Diversität. Um das Schaffen von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Teilhabe. Um ein gelingendes Zusammenleben. Seit Generationen leben auf der Elbinsel Einwander*innen verschiedenster Herkunft zusammmen und prägen den Stadtteil kulturell, religiös, politisch und sozial. Trotzdem: Die Veddel dient vor allem den traditionell bürgerlichen Medien immer wieder als Anschauungsmaterial vermeintlich bedrohlicher Parallelgesellschaften, was der Selbstwahrnehmung der Bewohner*innen nicht entspricht.

Ein gut sichtbares Zeichen für die veränderte Stadtgesellschaft ist die Immanuelkirche auf der Veddel. Ein Gebäude, das früher das Zentrum einer christlich geprägten Gesellschaft markierte. Heute ist die Evangelische Gemeinde so klein geworden, dass die Kirchenleitung sogar die Stelle des Pastors gestrichen hat. Der letzte Pastor der Veddel, die neue Diakonin und die Gemeinde haben aber einen Traum: Sie möchten den Kirchenraum wieder möglichst vielen Menschen des Stadtteils zur Verfügung stellen. Egal welcher Herkunft oder Religion sie sind. Sie möchten die Kirche zu einem Ort der Begegnung und kulturellen Produktion werden lassen. Damit hat die Gemeinde bereits begonnen, indem sie den Kirchenraum geöffnet hat für Musik, Film, Theater, Sport und andere religiöse Gemeinschaften.

NEW HAMBURG will mithelfen, diesen Prozess der Öffnung und Vernetzung noch weiter zu treiben. Durch verschiedene Projekte, die Kunstschaffenden, Forschenden und Aktivist*innen gemeinsam mit Bewohner*innen des Stadtteils entwickeln, soll die Vielfalt und der kulturelle Reichtum der Veddel gefeiert und gezeigt, aber auch Probleme diskutiert und Lösungen gemeinsam erarbeitet werden.

Seit über zwei Jahren versucht NEW HAMBURG mit den auf der Veddel lebenden Menschen, mit der Kirchengemeinde, anderen religiösen Gemeinschaften, mit Schüler*innen, Lehrenden und Eltern, mit sozialen und politischen Initiativen, mit Geschäftsleuten, Handwerker*innen, Student*innen, Familien, Geflüchteten, Kunstschaffenden und Aktivist*innen ein Stadttheater im wörtlichen Sinne zu kreieren: politische, soziale und künstlerische Entwürfe für die Ankunftsstadt der Zukunft werden auf verschiedenen Ebenen entwickelt und präsentiert.

NEW HAMBURG ging aus einem Festival hervor, das auf Initiative des Deutschen Schauspielhauses und unter der Leitung von Björn Bicker, Malte Jelden und Michael Graessner im Herbst 2014 theatrale, musikalische, künstlerische, diskursive und aktivistische Ergebnisse und Arbeitsstände aus einem Jahr Recherche zeigte.

Im Anschluss übergaben die künstlerischen Leiter den Fortbestand von NEW HAMBURG in die Hände eines Komitees, das sich seit November 2014 unter dem Motto „NEW HAMBURG – Es geht weiter“ regelmäßig getroffen hat, um Ideen aus der und für die Veddel zusammenzutragen.

Mit den drei aktuell kontinuierlichen Säulen WELCOME‘S HÖFT, CAFÈ NOVA und KOMITEE verbinden sich drei zentrale Begriffe: Begegnung, Gastgeberschaft, Teilhabe. Die zahlreichen (Teil-)projekte von NEW HAMBURG sind eng miteinander verwoben, beziehen sich aufeinander und funktionieren gerade im Zusammenspiel am besten – und hinterlassen doch ihre eigenen SPUREN.

Du bist interessiert daran, mitzumachen, uns einfach nur kennenlernen oder willst ein eigenes Projekt vorstellen? Komm zum STAMMTISCH, kontaktiere uns auf facebook, mail oder Telefon.

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